Sorex araneus
Waldspitzmaus / Vanlig näbbmus / Eurasian Shrew
Sorex araneus
Illustration: Sorex araneus
Die Waldspitzmaus (Sorex araneus) ist das am weitesten verbreitete Insektivor der fennoskandischen Wälder und durch ihre markante dreifarbige Fellzeichnung erkennbar. Trotz ihrer geringen Größe spielt sie eine immense Rolle in der Regulation der Makrofauna der Bodenstreu.
Ihr hyperaktiver Stoffwechsel zwingt sie zu einer fast pausenlosen Nahrungsaufnahme von Insekten und Würmern. Ein einzigartiges Phänomen ist ihre Fähigkeit, innere Organe zur Überwinterung in der Taiga drastisch schrumpfen zu lassen (Dehnel-Effekt).
Häufige Fragen (FAQ)
Was versteht man unter dem Dehnel-Effekt bei der Waldspitzmaus?
Der Dehnel-Effekt ist eine einzigartige morphologische Anpassung an den winterlichen Nahrungsmangel in der Taiga. Vor dem Winter schrumpfen Schädel, Gehirnmasse und andere innere Organe der Spitzmaus signifikant (bis zu 20%), was ihren ohnehin enormen energetischen Grundumsatz reduziert. Im Frühjahr wachsen die Organe teilweise wieder nach.
Warum muss die Waldspitzmaus fast pausenlos Nahrung aufnehmen?
Aufgrund ihres extrem hohen Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnisses verlieren sie schnell Körperwärme, was einen rasanten Metabolismus zur Thermoregulation erfordert. Sie müssen täglich bis zu 150 % ihres eigenen Körpergewichts an Insekten, Würmern und Spinnentieren fressen; wenige Stunden ohne Nahrung führen unweigerlich zum Hungertod.