Geologie & Eiszeit
Die Spuren der gewaltigen Kräfte, die die Landschaft formten
Einführung in die Geologie der Region
Die heutige Landschaft rund um Burträsk ist ein direktes und beeindruckendes Ergebnis der letzten großen Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit, die vor etwa 10.000 Jahren endete. Die gewaltigen Eismassen haben wie ein riesiger Hobel das Land überformt und die charakteristischen Seen, Hügel und Flusstäler hinterlassen, die wir heute sehen.
Willkommen in der geologischen Freiluft-Sauna von Västerbotten! Wobei, "Sauna" ist vielleicht das falsche Wort, wenn man bedenkt, dass hier vor etwa 10.000 Jahren noch eine kilometerdicke Eisschicht lag. Stellen Sie sich einen gigantischen, eiskalten Bulldozer vor, der ganz Skandinavien rasiert hat. Genau das war die Weichsel-Kaltzeit! Diese frostige Abrissbirne der Natur hat nicht nur ein paar Steinchen verschoben, sondern eine epische Landschaftstherapie durchgeführt. Sie hat tiefe Badewannen (unsere heutigen Seen) in den massiven Fels gefräst und nebenbei den ganzen Schutt als hübsche Moränenhügel in der Gegend verstreut.
Aber Moment mal, das ist noch nicht alles! Die Landschaft hier leidet quasi unter einem chronischen Haltungsschaden, den sie gerade versucht zu korrigieren. Da das Eis unvorstellbar schwer war, hat es die Erdkruste regelrecht eingedellt – wie wenn man sich auf eine sehr weiche Matratze setzt. Seit das Eis weg ist, atmet die Erde auf und das Land hebt sich. Wir sprechen hier von der "postglazialen Landhebung". Die Küste von Västerbotten schießt jedes Jahr um fast einen Zentimeter in die Höhe! Wenn Sie also nur lange genug hier stehen bleiben, kommen Sie der Sonne buchstäblich ein Stückchen näher.
Und der Boden unter unseren Füßen? Das ist der berühmte Fennoskandische Schild. Ein wahres Urgestein, über eine Milliarde Jahre alt und so hart, dass sich selbst Diamantbohrer daran die Zähne ausbeißen würden. Dieser extrem harte Granit und Gneis sorgt dafür, dass das Wasser hier glasklar bleibt und nicht einfach im Boden versickert. Wenn Sie also das nächste Mal über einen Felsbrocken im Wald stolpern, ärgern Sie sich nicht. Ziehen Sie den Hut! Denn dieser Stein ist vermutlich mit dem Eis-Express gereist und hat mehr von der Welt gesehen als wir beide zusammen.
Geologisches Grundwissen
Fakten-Box: Geologie
- Prägende Epoche: Weichsel-Kaltzeit
- Untergrund: Fennoskandischer Schild (Urgestein)
- Besonderheit: Postglaziale Landhebung findet bis heute statt
Was hat die Landschaft hauptsächlich geformt?
Die Bewegung riesiger Gletscher. Sie schürften tiefe Becken aus, die sich später mit Schmelzwasser füllten und die heutigen Seen bildeten. Das mitgeführte Gesteinsmaterial wurde an anderer Stelle wieder abgelagert.
Was sind Moränen, die man überall sieht?
Eine Moräne ist der Schutt, den ein Gletscher transportiert und abgelagert hat. Die sanften Hügel in der Landschaft sind oft solche Moränenwälle, die am Rand oder unter dem Eis entstanden sind.
Was ist der Fennoskandische Schild?
Das ist das extrem alte Grundgebirge (Urgestein), das den Untergrund von ganz Skandinavien bildet. Es besteht aus sehr harten Gesteinen wie Granit und Gneis und ist über eine Milliarde Jahre alt.
Was bedeutet "postglaziale Landhebung"?
Während der Eiszeit drückte das kilometerdicke Eis das Land nach unten. Seit dem Abschmelzen des Eises "federt" das Land langsam wieder nach oben. Dieser Prozess, der bis heute andauert, beträgt an der Küste von Västerbotten etwa 8-9 mm pro Jahr.
Warum sind die Böden hier oft so sandig oder steinig?
Die Böden bestehen hauptsächlich aus dem Material, das die Gletscher zurückgelassen haben. Dies sind oft sandige oder kiesige Moränen, die zwar nicht sehr fruchtbar, aber typisch für die Vegetation der Taiga sind.
Wo sehe ich die Spuren der Eiszeit am besten?
Überall! Die längliche Form der Seen, die runden, vom Eis geschliffenen Felsen (Rundhöcker) an den Ufern und die unzähligen Findlinge (große, einzelne Felsbrocken) in den Wäldern sind alles direkte Zeugen der Eiszeit.